Archiv für die Kategorie: Sarrazin

Zum Sarrazin-Kompromiss: Wir müssen es selbst machen

Sicher: Hier wäre noch wesentlich mehr drin gewesen.

Sarrazin hätte auf einer detaillierten Konkretisierung und Belegung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestehen können, und damit die dringend nötige Diskussion weiter von Schleiern, Denk- und Redeverboten befreien können.

Dies wäre dringend nötig, da -auch wenn er in dieser Hinsicht viel bewirkt hat- die Probleme noch immer nicht offen diskutiert werden können. Das macht sie übrigens nicht kleiner, denn ohne offene Diskussion ist über richtige und wichtige Schritte kaum vernünftig zu entscheiden.

Er hat es nicht durchgezogen. Schade.

Durchaus ähnlich der Situation bei seiner Absetzung als Vorstandsmitglied der Bundesbank hat Sarrazin den ganz großen Trubel gescheut bzw. seinem eigenen Loyalitätsvorstellungen bezgl. Regierung bzw. Partei den Vorzug gegeben. Auch dort hatte er seine ausgezeichnenten Karten nicht ausgespielt. Damals sagte er, mit etwas mehr Michael Kohlhaas im Blut hätte er eine Staatskrise auslösen können.

Hätte er nun eine nicht minder schwere Krise der SPD auslösen können? Wie im erwähnten Falle bin ich auch hier nicht dieser Meinung. Sarrazin hat uns vielmehr erst das Ausmaß der Krise vor Augen geführt.

Der Kompromiss, dessen Hauptziel wohl das unter den Tisch fallen lassen Ende des Verfahrens darstellt, bringt beiden Parteien denkbar unterschiedliche Vorteile.  Die SPD-Spitze ist nicht mehr in dem Dilemma, sich entweder durch die Fortführung dieses absurden Schauprozesses selbst zu entlarven und abzuschaffen, oder aber  -Schreck!-  sich klar dazu zu bekennen, dass die Vorwürfe schlicht unzutreffend waren, sowie sich bei Sarrazin zu entschuldigen.
Sarrazin muss sich nicht mehr mit der persönlichen Zumutung dieses Prozesses befassen, was trotz der großen Zahl der Angriffe und Anfeindungen sicher eine deutliche Erleichterung darstellt.

Mir schien Sarrazin müde, etwas abgekämpft. Es wäre auch durchaus verständlich. Aber das kann auch täuschen, wir waren uns bis gestern nicht begegnet. Aus subjektiver Sicht war es wohl vor allem Zeit- und Energieverschwendung. Keiner hat von diesen Ressourcen des Lebens unendliche Vorräte, und wie er damit umgeht ist allein seine Entscheidung.

Die mit dem Verfahren verbundene Diskussion hätte sicher die Klärung der einen oder anderen Frage ermöglichen können, die Verfahrenseinstellung ist gesellschaftlich  gesehen also eine vertane Chance. Persönlich vorwerfen kann man es ihm nicht.

Sarrazin hat viel bewirkt. Dafür gebührt ihm unser Dank. Und vielleicht kommt ja noch etwas, wenn sich die Diskussion um seine Person etwas beruhigt hat. Inwieweit er die Gelegenheit nutzt, wieder mehr über die Sache zu reden bleibt abzuwarten. Wir sollten es auf jeden Fall tun.

Manche sind enttäuscht, ich sehe das “Glas” Sarrazin dagegen eher halbvoll als halbleer. Er hat einen wichtigen Beitrag geleistet.

Ein Held, der nun endlich, ganz alleine, alle Probleme  für uns löst, ist natürlich auch er nicht, wie auch? Wie ich von Anfang an meinte: Ich halte nichts von Heldenverehrung. Es hilft nichts, die Lösung der Probleme dieses Landes anderen zu überlassen, zu hoffen, sie könnten diese für uns lösen.

Wo war die Unterstützung für Sarrazin – oder (wichtiger als die Person), für die offene Debatte?

Wir müssen auch sehen, dass die Zustimmung der Bürger für Sarrazin sich in vollen Lesungen, Internetkommentaren und Meinungsumfragen klar ausdrückte. Aber eben nur dort, nicht auf der Straße.

Kurze Zeit nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan waren 60.000 Bürger auf der Straße, um die sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke zu fordern – und was ist mit uns?

Wir brauchen eine positive, friedliche und selbstbewusste Protestkultur. Das dies geht zeigt z.B. die Tea-Party-Bewegung in den USA. Aber auch die EDL ist ein interessantes Phänomen. Ich freue mich jedenfalls auf das große islamkritische Wochenende im Juni in Stuttgart.

Wir Bürger dieses Landes, jeder einzelne, müssen die Probleme angehen und lösen. Aber wir dürfen die, die wichtige Schritte machen, nicht im Regen stehen lassen.

Thilo Sarrazin jedenfalls gebührt unser Dank – weitermachen müssen wir.

 

Danke Thilo 2.0 – erste Videos & Berichte

Wir haben viel Material, das aber erst in den nächsten Tagen kommen kann. Zudem steht natürlich eine Einschätzung der “Entscheidung” an.

Was letzteres angeht empfehle ich Ihnen zunächst einen Artikel von Bettina Röhl.

Hier finden Sie einen Bericht mit recht ausführlichem Video (Reuters ?); den Tagesspiegel-Artikel habe ich Ihnen bereit genannt.

In den bisherigen Videos ist nur der “Einmarsch” Sarrazins zu sehen. Ich hätte dort schon gerne das Buch signiert bekommen, aber Thilo Sarrazin war offenbar -verständlicherweise- eher interessiert daran, möglichst schnell & ohne große oder gar verfängliche Aussagen an den zahlreichen Medienvertretern vorbeizukommen.

Ich bin sehr gespannt ob RTL das Interview bringt. Die Aufnahmen für die ARD kommen dort wohl erst in ein paar Monaten, aber wir haben alles mitgeschnitten.

TheAnti2007 hat mal wieder ganze Arbeit geleistet und schon gestern abend Videos eingestellt – da war ich noch gar nicht zuhause…

Hier seine Videos:

Phoenix:

Spiegel Online:

Danke Thilo 2.0 vorab – was ich nicht gesagt habe

Was ich nicht gesagt habe:

Tagesspiegel:

Zurück blieben Journalisten mit fragenden Blicken sowie ein Mann mit einem Schild, auf dem “Danke Thilo” stand sowie die Internetadresse der rechtspopulistischen Partei “Die Freiheit”. Das Ausschlussverfahren sei ein absurdes Schauspiel; Sarrazin habe “Mut und Standhaftigkeit bewiesen” und Recht gehabt in allem, was er gesagt habe. Darüber müsse man doch reden dürfen, sagte der Mann.

Selbstverständlich habe ich nicht gesagt, Sarrazin habe Recht gehabt in allem, was er gesagt hat. “Danke Thilo !” ist doch wohl etwas ganz anderes als  “Sarrazin hat Recht”. Letzteres  ist bezeichnenderweise der Slogan gewesen, mit der die NPD ihn für sich vereinnahmen wollte.

Dieser Punkt kam ja nun schon oft genug vor, auch am 30.8.2010.

Kein Mensch hat immer Recht; wer dies gar von sich selbst behauptet (mit oder ohne Bezug auf höhere Mächte) ist mit Vorsicht zu betrachten, besonders sobald er nach Macht strebt bzw. sie gewinnt.

Ach ja, “rechtspopulistisch” ist natürlich auch Quatsch, auch wenn man über dieses hilflosen Etikettierungsversuch mittlerweile schon fast drüber weg liest.

Wir haben eine ganze Menge Fotos und einige Videos gemacht, insbesondere von Interiews mit RTL und ARD. Mehr dazu dieser Tage.

Für Hinweise auf Medienberichte wäre ich Ihnen sehr dankbar!

Erdogan zu den Deutschen: “Wir lieben Sie” – War alles doch nur ein bizarrer Scherz?

Weitgehend unbemerkt von den Medien blieb dieser bizarre Höhepunkt des Freundschaftsbesuches des türkischen Ministerpräsidenten.

Wie eine in einer Beziehung jahrelang misshandelte Frau muss sich die Bundesrepublik gleich einen Tag nach den Unverschämtheiten in Düsseldorf geheuchelte Liebesbekundungen anhören. “Wir lieben Sie!” sagt Erdogan bei seiner Rede zur Eröffnung der CeBIT 2011 (Video, bei ca. Min. 65:20).

Das durfte man als verantwortlicher Journalist dem Leser -und wohl vor allem sich selbst- dann doch nicht zumuten.  Was soll der denn denken?  Bei der sowieso schon grassierenden “Islamophobie”. Auch wenn Erdogan sich bei diesem Spruch sichtlich Mühe gegeben hat. Denn:

„Islamophobie ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, genauso wie Rassismus.“ Sagt Erdogan.

Die Realität, Sie erinnern sich?

Zunächst ist Islamkritik, denn die ist mit dieser Zuschreibung der Unzurechnungsfähigkeit gemeint, eine Ideologiekritik, die sich auf Tatsachen stützen kann.

Diese Tatsachen mal offen anzusprechen scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein.

Warum eigentlich – so ganz unter Freunden?

Rassismus bezieht sich auf biologische Unterschiede zwischen den Menschen, für die keiner etwas kann. Der Islamkritik geht es aber um den mentalen Kopfinhalt – und vor allem um dessen Folgen.

“Verbrechen gegen die Menschlichkeit” hingegen ist ein Straftatbestand, die Anwendung auf Islamkritiker ein Versuch die Islamkritik zu tabuisieren und zu kriminalisieren – ein Schritt Richtung Scharia.

Ein Tatbestand übrigens, der in den Nürnberger Prozessen gegen führende NS-Schergen geschaffen wurde. Kleiner ist ausverkauft, geht gerade weg wie warme Semmeln.

Es handelt sich bei dieser Bezeichnung nicht einfach um die alt-ehrwürdige Nazi-Keule, sondern gleich um die Obernazi-Keule. Geht es der Islamkritik doch nicht um Symptome wie Ehrenmorde, psychopathische Strassengewalt oder völlig kranke Terror-Selbstmorde. Die haben ja -wie sie sicher wissen- nichts mit dem Islam zu tun. Und die gibt es ja auch kaum, weshalb sie Erdogan nicht ansprechen braucht. Dringender ist, und das werden Sie einsehen, die Islamkritik -phobie, greift sie doch das Herzstück des Problems Guten an, den Islam und das zweifelhafte Vorbild Mohammeds.

Wo kämen wir da hin? 

Integration ist für Erdogan der Marsch durch die Institutionen.

Werdet Ärzte, Politiker, Professoren, aber assilimiliert euch nicht: Bleibt Türken und hört auf mich, ich bin euer Präsident und Oberbefehlshaber. Kampfflugzeuge werden wir in naher Zukunft in Serie bauen, und Deutschland beliefert uns mit modernster U-Boot-Technologie. Das meiste bauen wir aber selbst, in Lizenz. Das Know-How ist sehr willkommen, kann man ja immer mal brauchen. Ja – wir “sind nicht mehr die alte Türkei” (Erdogan bei CeBIT-Rede).

Die “Blue Card” (Mavi Kart) als Volkstürkenausweis:
Nehmt die deutsche Staatsbürgerschaft an. Leider könnt ihr dann in der Türkei nicht wählen, dass ist leider Rechtslage. Macht aber nichts, mit der Blue Card könnt ihr jederzeit wieder zu uns, und in den Staatsdienst sowieso. Nehmt das mit dem deutschen Pass nicht so ernst, es ist nur ein Trick – siehe Integration.

Und natürlich, als Türken (Pass hin oder her) müsst ihr zuerst türkisch lernen.

Merkel reagierte prompt mit Entgegenkommen und Beschwichtigung: Im Namen der Kanzlerin wird das immerhin gleichzeitige und gleichwertige Erlernen der Sprachen “deutlich gemacht“.

Sie war wohl froh das es vorbei war und kam sich noch mutig dabei vor. Jedenfalls verständnisvoll: Das nächste Mal wird sie besser aufpassen, nicht wieder unabsichtlich zu provozieren oder gar zu beleidigen. Irgendwann muss sie den Dreh doch raushaben, scheint sie zu hoffen. Westerwelle ist auf schon dem besten Wege: Ihm geht es jedenfalls in den Beitrittsverhandlungen um eine “faire und respektvolle” Behandlung der Türkei.

Er sollte stattdessen eine faire und respektvolle Behandlung Deutschlands und der EU einfordern.

Erdogans Auftritt jedenfalls ließ beides vermissen.

Doch laut Regierungssprecher Seibert sei die Rede Erdogans sogar ein „unmissverständlicher Aufruf zur Integration“ gewesen.

Selbst Wowereit sendet, offenbar vom Mond, seinen Senf: „Die angekündigte Reform des türkischen Staatsbürgerschaftsrechts ist ein Anreiz, der helfen wird, Identitätskonflikte zu minimieren und Integration zu fördern“

Identitätskonflikte vielleicht. Aber Loyalitätskonflikte? Aber das allerwichtigste ist ja, dass sich die Menschen gut fühlen. Besonders die Migranten. Manche von denen können sonst echt sauer werden, und die Autochtonen denken dann wenigstens nicht. Das eine Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft kein Loyalitätsbekenntnis mehr ist ist nebensächlich.

Diese Leute bekommen Geld dafür. Steuergeld. Ihr Job ist, Schaden von Deutschland abzuwenden und es in eine sichere und möglichst erfreuliche Zukunft zu leiten.

Am türkischen Wesen soll die Welt genesen

“Auch in Zukunft werden die Schritte, die die Türkei weiter an Europa heranführen werden, vor allem der Bundesrepublik Deutschland helfen. Diese Tatsache wird in Zukunft viel besser verstanden werden als es heute der Fall ist.”

Jedenfalls stellt in Deutschland die Türkei die größte islamische Zuwanderungsgruppe. Da das weltweit die problemfreien Zuwanderergruppen sind, ist alles in Ordnung.

Im selben Atemzug mit den lebensbedrohlichen, chaotischen Zuständen in Libyen nennt er die in Deutschland lebenden Türken: „Auch sie sind unter der Garantie eines großen Staates, der Türkischen Republik. Wir sind mit all unseren Möglichkeiten da und unterstützen sie, schützen sie“

Turkishpress:

Erdogan verdeutlichte dies damit, das wenn einem Türken das Haar gekrümmt werde, gleichbedeutend sei wie wenn man seiner Familie das Haar gekrümmt hätte und zielte dabei auch auf die zunehmende Islamophobie und Rechtsextremismus in Deutschland ab.

Es handelt sich um eine unverhohlene Drohung.

Wenn “die Türken” auf Haarekrümmen schon so empfindlich reagieren – nicht auszumalen was bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit passiert wie etwa  der kriminellen Islamophobie.

Respekt

Die Mehrheit in Deutschland als auch die türkische Minderheit müsse einander respektieren, sagt Erdogan.

Die Mehrheit in Deutschland muss sich selbst wieder mehr Respekt entgegenbringen und sich nicht weiter dermaßen auf der Nase herumtanzen lassen.

Was glaubt der eigentlich wer wir sind?

Auch die türkische Minderheit sollte sich selbst etwas mehr Respekt entgegenbringen. Sie sollte die Stärke zur Selbstkritik und -veränderung aufbringen, die in einer zivilisierten Gesellschaft wie der unseren mehr -und vor allem ehrlicheren- Respekt einbringt als pures Machtstreben und -gehabe.

Und sie sollte nicht länger an grotesken Verhaltensweisen festhalten, nur weil man ihnen erzählt hat, sie seien dann ein besserer Mensch als andere – und sich das irgendwie gut anfühlt.

Habet den Mut, Euch Euren eigenen Verstandes zu bedienen!

Sarrazin bringt es gegenüber RP-Online auf den Punkt:

“Erdogan möchte, dass die Türken in Deutschland und anderswo im Ausland im Herzen vor allem Türken bleiben.” Im Ergebnis strebe Erdogan “wachsende nationale Minderheiten türkischer Nationalität in den europäischen Staaten an” und sehe seine Regierung als deren “legitime Vertreter”. Daraus leite er das Recht ab, “sich in die inneren Verhältnisse dieser Länder einzumischen”.

Kristallklar. Dem ist nichts hinzuzufügen. Aber alleine kann Sarrazin das nicht reissen.

Wir müssen es selbst machen.

Was machen Sie?

Hoppla: Neues “Danke Thilo!”-Video auf russisch? Update: Übersetzung durch “Overlord” – Danke!

Zufällig bin ich auf folgenden Bericht gestossen. Kann das jemand (grob) übersetzen, oder kennt jemanden der das könnte? Insbesondere die Stellen um 0:30 und 3:30.

Auch ein Hinweis alleine, um welchen Sender es sich handelt, hilft mir weiter.

Am einfachsten per Kontaktformular. Das wäre super, tausend Dank!

Update: Danke für die vielen Rückmeldungen, Hinweise und Teilübersetzungen. Overlord hat den ganzen Text Ruck-Zuck übersetzt. Sie finden seine Übersetzung nach dem Video. Danke für Ihre Unterstützung!!!!

Zum kompletten Artikel: ‘Hoppla: Neues “Danke Thilo!”-Video auf russisch? Update: Übersetzung durch “Overlord” – Danke!’

SPD-Schauprozess gegen Sarrazin: Entscheidung erst 2012

Symptomatisch für den Zustand (nicht nur) der SPD: Probleme Weg- und Aufschieben statt den Tatsachen ins Gesicht zu schauen, Nachzudenken und Entscheidungen zu treffen.

Wer nicht einmal die Größe hat das durchzuziehen oder besser: Einen klaren Fehler einzugestehen, vielleicht gar mit einer Entschuldigung, und stattdessen lieber den eigenen Untergang (und den der Partei) in Kauf zu nehmen, hat meinen Respekt verloren. Erst Recht, wenn es um existenzielle Fragen zur Zukunft der gesamten Republik geht.

Offenbar aus Angst, bei den kommenden Wahlen abgestraft zu werden, scheut sich die SPD-Führung vor einem klaren Bekenntnis für oder gegen Sarrazins Parteiausschluss.

Es ist grotesk, schlicht erbärmlich.

Wie Ulrich Zawatka-Gerlach im Tagesspiegel feststellt, ist der

Zeitplan ist so gestrickt, dass mit einer rechtsgültigen Entscheidung, ob der frühere Finanzsenator, Ex-Bundesbanker und Buchautor sein Parteibuch behalten darf, im laufenden Jahr nicht mehr zu rechnen ist.

Selbst im engsten Bekannten- und Verwandtenkreis habe ich langjährige SPD-Wähler und Mitglieder. An ihren guten Motiven besteht für mich kein Zweifel. (Des öfteren allererdings durchaus an der Einschätzung, was nun tatsächlich sozial bzw. demokratisch ist.)

Was das Führungspersonal der SPD angeht, sieht die Sache allerdings anders aus. Leider ist dies bei den anderen “etablierten” Parteien genauso.

Die wahre Staatskrise besteht darin, dass selbst das Vertretungs- und Ersatzpersonal völlig ungeeignet ist, die bestehenden – und erst recht die kommenden – existentiellen Probleme zu lösen. Dies habe ich hier und hier genauer ausgeführt.

Sarrazin selbst kann hier wiederum als Beispiel dienen. Klar schließt er einen Parteiaustritt ebenso aus wie die Möglichkeit, “auch nur eine einzige” Aussage aus seinem Buch zurückzunehmen.

Ich bleibe dabei: Danke Thilo!

Wo Sarrazin irrt: Staatskrise schon da

Von Anfang an hielt ich nichts von “Sarrazin hat recht”, denn kein Mensch hat immer recht. Wohin solche absoluten Urteile führen sieht man ja bei Mohammed. “Danke Thilo!” jedoch, die Formel auf die ich meine Wertschätzung und Unterstützung brachte, habe ich noch kein einziges Mal bereut.

In einem wichtigen Artikel zum Jahreswechsel meldet sich Thilo Sarrazin nun erneut zu Wort. Ich möchte Ihnen ausdrücklich nahelegen, Sarrazins Artikel ganz zu lesen – er ist ganz hervorragend.

In einem Punkt aber irrt Sarrazin, nämlich wenn er behauptet, dass er – mit etwas Michael Kohlhaas im Blut – eine Staatskrise hätte auslösen können.

Sicher, ein etwas heissblütigerer Charakter hätte nicht nur bis zum Rücktritt des frisch “gewählten” Grüßonkel Merkels führen können, sondern auch zu dem Rücktritt von Merkel selbst.

Trotzdem: Die Causa Sarrazin hat uns vielmehr das ganze Ausmaß der bestehenden Staatskrise vor Augen geführt:

Schlimm ist nämlich nicht, dass Thilo Sarrazin statt Merkel und Wulff seinen Job verloren hat. Zum einen habe ich den Eindruck, dass er selbst damit leben kann. Ausserdem nutzt er seine Zeit und finanzielle Unabhängigkeit, um weiter zu der wichtigsten Diskussion unserer Generation beizutragen. Dafür gebührt ihm unser Dank und unsere Achtung.

Schlimm ist vielmehr, dass so schnell kein  Ersatz vorhanden gewesen wäre – man denke nur an Gabriel – da das Personal der politischen “Elite” in Jahrzehnten der Abwesenheit wirklich existentieller Probleme fast durchgängig durch Klüngel- und Fototermin-Auslese selektiert wurde.

Diese Situation aber stellt die eigentliche Staatskrise dar, und sie beschränkt sich nicht auf die Unfähigkeit der Hauptdarsteller in der berliner Seifenoper.

Dazu kommt noch die schier überwältigende Dominanz gutmenschlicher Propagandisten in Politik und Medien. Auch in Bildungsinstitutionen und  Gerichtsbarkeit ist die therapeutische Ideologie mittlerweile personell fest verankert. Dies zu ändern, der Vernunft und der Freiheit wieder eine Stimme zu geben, ist eine Mammutaufgabe, die entmutigen kann.

Schlimm ist zudem das Gefühl der Ohnmacht, dass der massive Versuch seiner Hinrichtung als öffentlicher Person durch fast das gesamte Polit- und Medienestablishments bei vielen Normalbürgern hervorrufen könnte.

Das nämlich ist gefährlich: Wenn das Benennen offensichtlicher Fakten nicht nur durch den islamischen Terror gefährdet ist, sondern auch durch die von uns zu unserem Schutz gewählten (und mit Steuergeldern entlohnten) Vertretern – bis ins Kanzleramt und ins Schloß Bellevue, wenn die Bürger das Gefühl bekommen, dass die demokratischen Institutionen unserer Gesellschaft nicht in der Lage sind, die konstitutionelle Rede- und Meinungsfreiheit zu schützen und sie stattdessen aus Feigheit, Dummheit oder kurzsichtigem Karriereopportunismus skrupellos scheibchenweise verscherbeln, können die Bürger leicht das Vertrauen in unsere Demokratie verlieren. Der Vergleich mit der Weimarer Republik ist nicht an den Haaren herbei gezogen.

Aber es gibt auch Grund zur Hoffnung:

Immer mehr Bürger dieses Landes haben den Koran tatsächlich gelesen und lassen sich nicht länger mit den orwellianischen Lügen abspeisen, die ihnen aufgetischt – und unter Androhung der öffentlichen Ächtung – in den Rachen gestopft werden sollen.

Immer mehr Menschen brechen aus der “Matrix” aus und finden die Zivilisationscourage, die nötig ist, der Gehirnwäsche des Kulturrelativismus zu widersprechen, nach dem es keinen moralischen Unterschied z.B. zwischen der lang erkämpften rechtlichen Gleichberechtigung der Frau und der Leibeigenschaft gibt, die uns der Islam als “Ehe” verkaufen will.

Immer mehr Menschen erkennen dass die Redefreiheit historisch wie geographisch gesehen eher die Ausnahme als die naturgegenene Regel ist.

Selbst in den größeren Zeitungen des Landes finden sich immer häufiger Artikel, die den Menschen die Realität miteilen, statt sie ihm aus therapeutischer Anmaßung zu verschweigen bzw. zurechtzubiegen, damit er bloß nicht selbst nachdenkt.

Die freien Menschen sind im Aufbruch. Sie erkennen, dass sie die Lösung der Probleme nicht länger der derzeitigen “Elite” überlassen dürfen. Sie spüren ihre bürgerliche Verantwortung für eine Zukunft in Freiheit und nehmen sie zunehmend wahr.

Es wird ein spannendes 2011.

Sarrazin ist zurück – Je ne regrette rien

Thilo Sarrazin ist aus dem wohlverdienten Urlaub zurück – und wie.

In gewohnter intellektueller Unbestechlichkeit legt Sarrazin Zum kompletten Artikel: ‘Sarrazin ist zurück – Je ne regrette rien’


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